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Heizen mit Holz

Heizen mit Holz

1. Kaminfeuer – WĂ€rme & Behaglichkeit

Kamine und Kaminöfen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Immer mehr Menschen entdecken die angenehme WĂ€rme und Behaglichkeit, die von der Flamme einer HolzfeuerstĂ€tte ausgehen, genießen die gemĂŒtliche AtmosphĂ€re und die gesteigerte LebensqualitĂ€t. Holz ist zudem ein klimafreundlicher Brennstoff und verbrennt nahezu CO2-neutral. Damit liefert jede HolzfeuerstĂ€tte einen Beitrag zur Einsparung des klimaschĂ€dlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) und hilft mit, die gesteckten Klimaschutzziele zu erreichen.

2. Schattenseiten der Holzfeuerungen

So umweltfreundlich und klimaschonend Holzfeuerungen auch sein mögen, nicht sachgerechte Lagerung des Brennstoffes und falsches Betreiberverhalten können leicht dazu fĂŒhren, dass selbst technisch hochwertig konstruierte Holzfeuerungsanlagen umweltbelastend arbeiten und die Brandgefahr erhöhen.

3. Ziele der BroschĂŒre

Die nachfolgenden Informationen und Hinweise sollen Ihnen helfen, typische Fehler in Bezug auf Brennstoffauswahl und -lagerung sowie den Betrieb und die Wartung einer Holzfeuerung zu vermeiden. So können Sie das behagliche Feuer Ihres Kamins, Kaminofens oder Kachelofens unbeschwert genießen; denn nur emissionsarmes Heizen mit Holz ist umweltschonend und nachbarschaftlich vertrĂ€glich.

4. Zugelassene Brennstoffe

In handbeschickten, hĂ€uslichen FeuerstĂ€tten dĂŒrfen nach der Ersten Verordnung zur DurchfĂŒhrung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV) nur Torf, Braun- und Steinkohle und naturbelassenes Holz verbrannt werden. Neben diesen immissionsschutzrechtlichen Anforderungen ist auch zu beachten, fĂŒr welche Brennstoffe die FeuerstĂ€tte geeignet ist. Dies erfahren sie aus den mitgelieferten Herstellerinformationen. In der Regel dĂŒrfen nur naturbelassenes Holz einschließlich anhaftender Rinde, Holzpresslinge in Form von Holzbriketts oder -pellets eingesetzt werden. Beachten Sie auch unbedingt die zulĂ€ssig FĂŒllmenge, die Sie der Bedienungsanleitung entnehmen. HolzabfĂ€lle, verschmutztes oder von Pilz befallenes Holz, Hölzer mit Anstrichen, Klebern oder Beschichtungen sind ebenso wenig zugelassene Brennstoffe wie brennbare AbfĂ€lle aus Kunststoff, Textilien, Leder oder Altpapier. Bei der Verbrennung solcher Materialien entstehen unzĂ€hlige umwelt- und gesundheitsschĂ€dliche Stoffe. Denken Sie daran: VerstĂ¶ĂŸe gegen die Verbrennungsverbote sind gegebenenfalls durch Ascheanalysen nachweisbar.

5. Brennstofflagerung

FĂŒr eine optimale Verbrennung muss der Brennstoff Holz lufttrocken sein, d. h. einen Wassergehalt von weniger als 20 Gewichtsprozent haben. Zu feuchtes Holz fĂŒhrt zu geruchsintensiven, belĂ€stigenden und auch gesundheitsschĂ€dlichen Rauchgasen. DarĂŒber hinaus ist die Verbrennung von feuchtem Holz sehr ineffizient, weil der Heizwert aufgrund des Wasserinhaltes sinkt. Damit ist das Verbrennen schlecht gelagerten oder feuchten Holzes sowohl umweltschĂ€dlich (RauchbelĂ€stigung) als auch eine teure Energieverschwendung. Neben der schlechten Ausnutzung des wertvollen Brennstoffs erhöht das Verbrennen von zu feuchtem Holz auch die Brandgefahr in Ihrem Haus. Ruß und unverbrannte Kohlenwasserstoffe setzen sich im Abgasweg als Teer, Ruß oder Glanzruß ab und bilden eine entzĂŒndliche Schicht. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Rußbrand kommen, bei dem diese RĂŒckstĂ€nde unkontrolliert abbrennen. SchornsteinbrĂ€nde sind schwer zu bekĂ€mpfen und lösen nicht selten einen Hausbrand aus. Ihrer Sicherheit zuliebe sollten Sie daher auf die Eignung Ihres Brennholzes achten. Übrigens technisch â€žĂŒbertrocknetes“ Holz ist ebenfalls unwirtschaftlich. Zum einen wird beim Trocknungsprozess bereits Energie eingesetzt und zum anderen brennt das ĂŒbertrocknete Holz zu rasch unter ĂŒbermĂ€ĂŸiger Hitzeentwicklung ab.

In der Regel ist erworbenes ofenfertiges Brennholz lufttrocken, dennoch sollten Sie im Zweifelsfall nachfragen, wenn Ihnen das Holz zu feucht erscheint. Der Schornsteinfeger ĂŒberprĂŒft darĂŒber hinaus im Rahmen seiner TĂ€tigkeiten nach der 1. BImSchV die Eignung Ihres Brennstoffes durch eine Feuchtemessung. Eingeschlagenes Waldholz ist umso feuchter, je frischer es ist. Je nach Art des Holzes und den Trocknungsbedingungen muss es ein bis 3 Jahre zur Trocknung gelagert werden, bevor es als Brennstoff genutzt werden kann.

Nachstehende Tabelle zeigt eine Übersicht ĂŒber gĂ€ngige Brennholzarten und typische Lagerzeiten.

UngefÀhre Lagerzeiten von frisch geschlagenem Holz:

  • Pappel, Fichte = 1 Jahr Lagerzeit
  • Linde, Erle, Birke = 1,5 Jahre Lagerzeit
  • Buche, Esche, Obstgehölze = 2 Jahre Lagerzeit
  • Eiche 2,5 Jahre Lagerzeit

Eine optimale Lagerung von Holz setzt voraus, dass das Holz gut belĂŒftet wird, da es sonst schlecht abtrocknet und schimmelt (geringerer Heizwert). Zur fachgerechten Lagerung sollte das Holz im Freien an einer luftigen, sonnigen Stelle auf einer trockenen Unterlage mit rund fĂŒnf bis zehn Zentimeter Abstand vom Boden gelagert werden. Eine Abdeckung oder Überdachung schĂŒtzt vor Regen. Beachten Sie auch, dass gespaltenes Holz schneller trocknet als ungespaltenes, zudem lĂ€sst sich frisch geschlagenes Holz auch leichter spalten als getrocknetes. Auch wer Holzbriketts oder Holzpellets verheizt, muss auf eine richtige Lagerung des Brennstoffes achten. Zwar liegt die Feuchte dieses Brennstoffs herstellungsbedingt bei einem niedrigen Wert von rund zwölf Gewichtsprozent, doch kann eine zu feuchte Lagerung dazufĂŒhren, dass sie quellen und sogar zerfallen. Hackschnitzel weisen bzgl. der Feuchte eine Besonderheit auf. Hier ist ein Wassergehalt von bis zu 30 Prozent unkritisch, denn innerhalb der modernen Hackschnitzelfeuerungsanlagen findet in der Regel eine Vortrocknung statt. Dennoch mĂŒssen die LagerĂ€ume gut belĂŒftet sein, da auch Hackgut schimmeln kann.

5.1 Holz ist nicht gleich Holz

Ganz entscheidend fĂŒr den Heizwert je Gewichtseinheit ist bei Holz nicht die Dichte, sondern der Wasseranteil. Nadelhölzer haben im Allgemeinen aufgrund ihrer höheren Anteile an Ligninen und Harzen einen höheren Heizwert je Kilogramm als die Laubhölzer und neigen zum „Funkenspritzen“.

Pauschal lÀsst sich sagen, dass luftgetrocknetes Brennholz mit einem Wassergehalt von 15 bis 20% einen durchschnittlichen Heizwert von 4 kWh/kg hat; frisch geschlagenes Holz mit einem Wassergehalt von 50% dagegen nur von rund 2 kWh/kg. Zum Vergleich; der Heizwert von Heizöl EL liegt bei etwa 10 kWh/Liter. Am besten geeignet zum Einsatz in Kaminöfen ist Buchen und Birkenholz, da es geruchsarm, sauber und mit schönem Flammenbild verbrennt.

5.2 Raummaße beim Brennholzkauf

Wer schon einmal Brennholz erworben hat, der weiß, dass Holz in verschiedenen Raummaßen gehandelt wird. Nicht nur die unterschiedliche Zusammensetzung der verĂ€ußerten Brennholzarten macht einen Vergleich der Angebote schwierig, auch die Mengenangaben erschweren es, den Überblick zu behalten. GebrĂ€uchlich sind der Festmeter (Fm), der Ster oder Raummeter (Rm) und der SchĂŒtt-Raummeter (SRm). Wie viel Brennholz-Masse man schließlich erwirbt, hĂ€ngt sehr stark von der Förmigkeit und der EntlastungsqualitĂ€t der Hölzer, dem Durchmesser und der LĂ€nge der Roller bzw. SpaltstĂŒcke sowie der QualitĂ€t des Aufsetzens ab.

6. Brennstoffaufbereitung

FĂŒr eine emissionsarme und effiziente Verbrennung muss das Holz gespalten sein. Bei der Aufbereitung der Holzscheite ist auch die GrĂ¶ĂŸe des Feuerraums des Kaminofens und die in der Bedienungsanleitung angegebene FĂŒllmenge zu beachten. Dementsprechend ist die möglichst einheitliche GrĂ¶ĂŸe der ScheitholzstĂŒcke zu bemessen, damit ein gleichmĂ€ĂŸiges BefĂŒllen und Nachlegen möglich wird. Denken Sie auch daran, AnzĂŒndholz bereitzuhalten. Kiefer- und Fichtenholz brennt gut an und eignet sich daher besonders gut zum AnzĂŒnden. Die AnzĂŒndspane sollten nicht zu lang und möglichst dĂŒnn gehalten werden. Bitte beachten Sie beim Verbrennen von Holzbriketts, dass sich diese beim Heizen ausdehnen. Darum dĂŒrfen Öfen (Brennraum) nicht mit Holzbriketts voll befĂŒllt werden.

7. AnzĂŒnden, Anheizen, Beschicken

Beim Anheizen Ihres Ofens ist es wichtig, dass schnell hohe Temperaturen erreicht werden. Verwenden Sie zum AnzĂŒnden kein Papier. Papier enthĂ€lt in der Regel umweltbelastende Schadstoffreste; greifen Sie stattdessen auf AnzĂŒndholz (Kiefer, Fichte) oder zugelassene AnzĂŒnder aus dem Fachhandel zurĂŒck. Übrigens: Das AnzĂŒnden von oben hat sich in Untersuchungen als besonders geeignet herausgestellt. Sobald sich Glut entwickelt hat, können Sie den Ofen mit Brennholz beschicken. Beachten Sie dabei die angegebenen FĂŒllmengen in der Bedienungsanleitung. Beim Nachlegen sollten ZwischenrĂ€ume im Brenngut erhalten bleiben, daher sind Bretter zum Verheizen ungeeignet. FĂŒr eine saubere Verbrennung sollten die Schnittkanten des Brennholzes nicht an die Wandungen des Brennraums grenzen und die Holzscheite nicht hochkant aufgestellt sein. Am Ende der Anheizphase kann die Luftzufuhr manuell entsprechend den Vorgaben des Herstellers angepasst werden.

8. Abbrandphase

Der richtige Zeitpunkt zum Nachlegen ist immer dann erreicht, wenn die Glut den Rost nicht mehr vollstĂ€ndig bedeckt. BerĂŒcksichtigen Sie beim Nachlegen, dass alleine die Menge des aufgelegten Brennstoffes die Heizleistung Ihres Ofens regelt. Auf gar keinen Fall darf dies durch Drosselung der Luftzufuhr erfolgen. Öffnen Sie aus SicherheitsgrĂŒnden die OfentĂŒr zum Nachlegen langsam.

9. Die Verbrennung

Holz ist kein homogener Brennstoff wie zum Beispiel Heizöl oder Erdgas. Seine Verbrennung lÀuft im Wesentlichen in drei Phasen ab:

Phase I: In einer ersten Phase findet eine Trocknung des Brennstoffes im Feuerraum statt.

Phase II: Sobald die Temperatur oberhalb von 250 °C liegt, wandeln sich etwa 80% des Brennstoffes in brennbare Gase um.

Phase III: Die zurĂŒckbleibende Holzkohle wird schließlich bei Temperaturen oberhalb von 500 °C in brennbare Gase umgesetzt.

Wichtig fĂŒr eine saubere und umweltfreundliche Verbrennung ist eine möglichst vollstĂ€ndige Umsetzung (Oxidation) des Gases, bei der dieses mit dem Sauerstoff der Verbrennungsluft reagiert. Um das zu erreichen, mĂŒssen sich diese im Feuerraum gut durchmischen und möglichst lange dort verweilen können. DarĂŒber hinaus mĂŒssen die Temperaturen im Feuerraum ausreichend hoch sein. In jeder Verbrennungsphase ist die Menge der Verbrennungsluft eine entscheidende GrĂ¶ĂŸe. Fehlt diese, so tritt ein Sauerstoffmangel auf und die Verbrennung findet unvollstĂ€ndig statt. Kommt zuviel Verbrennungsluft in den Feuerraum, dann kĂŒhlt dieser aus und der Wirkungsgrad fĂ€llt. Ähnlich wirkt auch der bereits angesprochene Wassergehalt des Holzes. Die Verbrennungsprodukte einer unvollstĂ€ndigen Verbrennung sind i. R. Kohlenwasserstoffe, Staub und Kohlenmonoxid (CO). Diese Luftschadstoffe sind geruchsintensiv und gesundheitsschĂ€dlich.

10. Aschehandhabung

Als VerbrennungsrĂŒckstĂ€nde bleiben die mineralischen Anteile des Holzes (ca. 1%) am Feuerraumboden zurĂŒck. Die Asche muss nicht bei jedem Anheizen entfernen werden, denn das Anheizen auf Asche fördert die QualitĂ€t der Holzverbrennung. Zum Entnehmen der Asche haben sich kleine Schaufel aus Metall (Ofenbesteck) bewĂ€hrt. Bitte beachten Sie: In der Asche können noch Glutreste vorhanden sein. FĂŒllen Sie daher die Asche nur in nicht brennbare BehĂ€lter und stellen Sie diese nicht auf brennbare Unterlagen. Entsorgen Sie die Asche als RestmĂŒll mit Ihrem Hausabfall (Vorsicht Glutreste!)

11. Technischer Anlagenzustand

In regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden sollten Sie den technischen Zustand Ihres Ofens ĂŒberprĂŒfen. Achten Sie auf BeschĂ€digungen der Schamottierung, des Rostes und weiterer einsehbarer Bauteile. Partielle Abgasspuren an der OfentĂŒre weisen auf BeschĂ€digungen der TĂŒrdichtung hin. Verformungen können auf thermische Überbelastungen hinweisen. FĂŒr die Aufstellung von Öfen werden brandschutztechnische Anforderungen gestellt. Zu Ihrer eigenen Sicherheit, sollten Sie diese stets berĂŒcksichtigen und darauf achten, dass weder AbstĂ€nde zu brennbaren Bauteilen unterschritten noch notwendige Öffnungen fĂŒr die Verbrennungsluftversorgung verschlossen oder verstellt werden. Sollten Sie an Ihrer FeuerstĂ€tte Technische MĂ€ngel feststellen, versuchen Sie aus SicherheitsgrĂŒnden nicht, diese selbst zu beheben, sondern wenden Sie sich in diesem Fall an einen Fachbetrieb.